Erkennung und Bewertung von Schweißnahtfehlern – normgerecht nach DIN EN ISO 5817.

Schweißnahtfehler akkreditiert ermitteln

Erkennung und Bewertung von Schweißnahtfehlern – normgerecht nach DIN EN ISO 5817.

  • DIN EN ISO 5817 – Bewertungsgrundlage
  • Einteilung nach ISO 6520‑1
  • Definition zulässiger / unzulässiger Fehler

Schweißnähte

Schweißnahtfehler in der Werkstoffprüfung

Schematische Darstellung typischer Schweißnahtfehler
Abb. Zulässigkeitsgrenzen nach DIN EN ISO 5817

Schweißnahtfehler sind Unregelmäßigkeiten oder Defekte in der Schweißverbindung, die die Qualität und Sicherheit von Bauteilen beeinträchtigen können. Die Bewertung und Klassifizierung dieser Fehler erfolgt normgerecht nach der DIN EN ISO 5817 sowie der Einteilung der Fehlerarten nach ISO 6520‑1.

Die Hauptgruppen der Schweißunregelmäßigkeiten umfassen beispielsweise Poren, Bindefehler, Schlackeneinschlüsse, Risse und ungleichmäßige Schweißnahtgeometrien. Besonders kritisch sind dabei Risse, die in verschiedene Typen unterteilt werden, darunter Mikrorisse und Längsrisse, welche die Festigkeit der Verbindung erheblich beeinträchtigen können.

Die Norm definiert klare Zulässigkeitsgrenzen für die verschiedenen Fehlerarten, um sicherzustellen, dass nur Schweißverbindungen mit akzeptabler Qualität verwendet werden. Eine normgerechte Dokumentation und Bewertung sind dabei unerlässlich für die Qualitätssicherung und Nachverfolgbarkeit.

Für weitere Informationen und eine individuelle Beratung zu Schweißnahtfehlern kontaktieren Sie uns gerne: Jetzt Kontakt aufnehmen.

Schweißnahtfehler – Definition und Bedeutung

Schweißnahtfehler sind Unregelmäßigkeiten oder Defekte in der Schweißverbindung, die die Stabilität, Funktionalität und Sicherheit von Bauteilen maßgeblich beeinträchtigen können. Typische Schweißnahtfehler umfassen Poren, Risse, Bindefehler, Schlackeneinschlüsse sowie ungleichmäßige Schweißnahtgeometrien. Die frühzeitige Erkennung und Bewertung dieser Fehler ist entscheidend, um die Qualität der Schweißverbindungen sicherzustellen und Folgeschäden zu vermeiden.

Typische Fehlerarten und deren Ursachen

Poren entstehen durch eingeschlossene Gase während des Schweißprozesses, während Risse, insbesondere Längsrisse und Mikrorisse, durch Spannungen oder unzureichende Materialanpassung verursacht werden. Bindefehler und Schlackeneinschlüsse resultieren häufig aus unzureichender Reinigung oder falscher Schweißtechnik. Diese Fehler können die Festigkeit der Schweißnaht erheblich reduzieren und zu vorzeitigem Bauteilversagen führen.

Prüfmethoden zur Erkennung von Schweißnahtfehlern

Zur zuverlässigen Identifikation von Schweißnahtfehlern kommen verschiedene zerstörungsfreie Prüfverfahren zum Einsatz. Die Sichtprüfung (VT) ermöglicht eine erste Beurteilung der Schweißnahtoberfläche. Die Farbeindringprüfung (PT) und Magnetpulverprüfung (MT) decken Oberflächenfehler auf, während Ultraschallprüfung (UT) und Röntgenprüfung (RT) auch innere Fehler sichtbar machen – bei dickwandigen Nähten ergänzt um TOFD. Diese Methoden sind normgerecht nach DIN EN ISO 5817 und ISO 6520‑1 abgestimmt, um eine einheitliche Bewertung sicherzustellen.

Normen und Qualitätsstandards

Die DIN EN ISO 5817 definiert die Zulässigkeitsgrenzen für verschiedene Schweißnahtfehler und stellt somit die Grundlage für die Qualitätsbewertung dar. Ergänzend klassifiziert die ISO 6520‑1 die Fehlerarten detailliert. Die Einhaltung dieser Normen gewährleistet, dass Schweißverbindungen den hohen Anforderungen industrieller Anwendungen genügen und langfristig sicher funktionieren.

Vorteile für Unternehmen und Einsatzbereiche

Die professionelle Prüfung und Bewertung von Schweißnahtfehlern bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile: Sie minimiert Ausfallrisiken, erhöht die Betriebssicherheit und schützt vor kostspieligen Nacharbeiten oder Produkthaftungen. Einsatzbereiche sind unter anderem Schweißkonstruktionen im Maschinenbau, Rohrleitungen in der Energie- und Chemieindustrie sowie Druckbehälter in der Fertigung. Durch den gezielten Einsatz von Prüfverfahren lassen sich Fehler frühzeitig erkennen und beheben.

Kosten- und Sicherheitsaspekte

Die Investition in zerstörungsfreie Prüfverfahren zur Erkennung von Schweißnahtfehlern amortisiert sich durch reduzierte Ausfallzeiten und verlängerte Lebensdauer der Bauteile. Zudem erhöhen geprüfte Schweißverbindungen die Sicherheit von Anlagen und Mitarbeitern. Normgerechte Prüfberichte unterstützen die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit für interne und externe Audits.

Ihr Partner für Schweißnahtfehler-Prüfungen

Sie möchten Ihre Schweißnähte professionell prüfen lassen und die Qualität Ihrer Schweißverbindungen sicherstellen? Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung und ein maßgeschneidertes Prüfangebot. Gemeinsam sorgen wir für höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit in Ihren Schweißkonstruktionen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Welche Normen und Zertifizierungen erfüllen Sie bei der Röntgenprüfung?

Unsere Röntgenprüfungen sind nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert.
Die Prüfungen erfolgen nach folgenden Normen:

  • DIN EN 12681-1 (2018-02)
  • DIN EN 12681-2 (2018-02)
  • DIN EN ISO 5579 (2014-04) – Gießereiwesen - Durchstrahlungsprüfung- Teil 1: Filmtechniken
  • DIN EN ISO 10893-6 (2019-06) – Zerstörungsfreie Prüfung von Stahlrohren - Teil 6: Durchstrahlungsprüfung der Schweißnaht geschweißter Stahlrohre zum Nachweis von Unvollkommenheiten
  • DIN EN ISO 17636-1 (2022-10) – Zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen - Durchstrahlungsprüfung - Teil 1: Röntgen- und Gammastrahlungstechniken mit Filmen
  • DIN EN ISO 17636-2 (2023-05) – Zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen - Durchstrahlungsprüfung - Teil 2: Röntgen- und Gammastrahlungstechniken mit digitalen Detektoren

Was ist eine Eindringprüfung?

Eine Farbeindringprüfung gehört zu den Oberflächenrissverfahren. Durch das Verfahren, können an Bauteilen oder Schweißverbindungen zur Oberfläche hin, offene Fehler sichtbar gemacht werden. Im Prinzip beruht das Verfahren darauf, dass das gut sichtbare Penetriermittel aufgrund niedriger Oberflächenspannung und hoher Kapillarwirkung in mikrofeine Risse und Poren eindringen kann. Nach einer Reinigung ist dieses mit Hilfe eines Entwicklers gut sichtbar.

Was ist eine UT Prüfung?

Die Ultraschallprüfung, abgekürzt UT (aus dem Englischen ultrasonic testing), ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren zur Erkennung von Fehlern und zur Wanddickenmessung in Werkstoffen. Dabei werden hochfrequente Schallwellen in ein Material gesendet, die von einem Ultraschallgerät erzeugt werden. Treffen diese Schallwellen auf Unregelmäßigkeiten wie Risse, Einschlüsse oder Hohlräume in Bauteilen oder Schweißnähten, werden sie reflektiert. Die reflektierten Signale werden erfasst und analysiert, um die Position, Größe und Art von Fehlern zu bestimmen. Als Volumenprüfung ermöglicht UT die Untersuchung des Inneren von Materialien wie Metallen, Kunststoffen und Verbundwerkstoffen und wird häufig in der Qualitätskontrolle eingesetzt.

Wie funktioniert die Magnetpulverprüfung?

Die Prüfung (MT) ist ein bewährtes Verfahren der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Sie dient der Erkennung von Oberflächen- und oberflächennahen Fehlern wie Rissen, Poren, Bindefehlern oder Lunkern in ferromagnetischen Werkstoffen (z. B. Stahl, Gusseisen, Nickel- oder Kobaltlegierungen).

Funktionsprinzip
Das Prüfstück wird magnetisiert. Treffen die magnetischen Feldlinien im Inneren auf eine Fehlstelle, entstehen Streufelder an der Oberfläche. Dort lagern sich aufgetragenes Magnetpulver oder eine Suspension aus magnetischen Partikeln an und machen die Fehler sichtbar. Je nach Prüfmittel erscheinen die Anzeigen dunkel oder fluoreszierend unter UV-Licht.