Prüferin misst mit einem RFA-Handgerät an einer Bremsscheibe

Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA)

Legierungselemente metallischer Werkstoffe zerstörungsfrei bestimmen – für Werkstoffidentifikation (PMI) und Verwechslungsprüfung.

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  • Zerstörungsfreie Messung – keine Probenentnahme, kein Brennfleck
  • Werkstoffidentifikation (PMI) & Verwechslungsprüfung
  • Legierte Stähle, Aluminium- & Kupferlegierungen

RFA · XRF · PMI

Was ist die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA)?

Die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA, engl. XRF) ist ein zerstörungsfreies Analyseverfahren, das die Elementzusammensetzung eines Werkstoffs über die charakteristische Röntgenfluoreszenzstrahlung seiner Atome bestimmt. Zeros setzt die energiedispersive RFA (ED-RFA) zur Werkstoffidentifikation (PMI, Positive Material Identification) metallischer Werkstoffe ein. Damit prüfen Sie schnell, ob die Legierungselemente eines Bauteils zur vorgesehenen Werkstoffsorte passen – ohne Probenentnahme und ohne Brennfleck.

Wichtig für die Einordnung: Die RFA liegt außerhalb des akkreditierten Geltungsbereichs unseres nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Prüflabors. Benötigen Sie ein akkreditiertes Ergebnis oder den Kohlenstoffgehalt, ist unsere Spektralanalyse (OES) das passende Verfahren – akkreditiert für Stahl- und Eisenwerkstoffe sowie Aluminiumwerkstoffe.

Unsere Leistungen

  • Werkstoffidentifikation (PMI) und Verwechslungsprüfung metallischer Bauteile
  • Legierte Stähle, Stahlguss und legiertes Gusseisen: Bestimmung von Legierungselementen wie Chrom, Nickel, Molybdän oder Mangan (die Gusseisensorte selbst, z. B. GJL oder GJS, ist per RFA nicht bestimmbar)
  • Aluminium- und Kupferlegierungen (bei Aluminium eingeschränkte Aussage zu Magnesium und Silizium)
  • Qualitätssicherung und Werkstoffsortierung
  • Digitale Dokumentation und Prüfberichte

Typische Anwendungen

  • PMI in der Wareneingangsprüfung von Halbzeugen und Bauteilen
  • Qualitätskontrolle in der Produktion
  • Aufklären von Materialverwechslungen und Sortieren gemischter Chargen
  • Bauteile, an denen keine Probe entnommen werden darf
  • Schnelle Analysen direkt am Bauteil, nach Absprache auch vor Ort

So läuft die RFA-Prüfung ab

  1. Anfrage: Werkstoff bzw. Sollwerkstoff (z. B. Werkstoffnummer), Bauteil und Stückzahl per E-Mail an vertrieb@zeros-gmbh.de.
  2. Vorbereitung: Wir stimmen die Messstellen mit Ihnen ab. Die Messfläche muss sauber und metallisch blank sein.
  3. Messung und Auswertung: Bestimmung der Elementgehalte, bei PMI Abgleich mit dem Sollwerkstoff.
  4. Ergebnis: digitaler Prüfbericht.

Einen Überblick über beide Verfahren der chemischen Werkstoffanalyse finden Sie unter Chemische Analyse von Metallen.

Röntgenfluoreszenzanalyse · XRF · ED-RFA

Wie funktioniert die Röntgenfluoreszenzanalyse?

Schema der Röntgenfluoreszenzanalyse: Die Röntgenquelle sendet primäre Röntgenstrahlung auf den Werkstoff, der Detektor misst die elementspezifische Fluoreszenzstrahlung.
Prinzip der RFA

Das Messprinzip in drei Schritten

  1. Anregung: Eine Röntgenröhre bestrahlt die Werkstoffoberfläche mit primärer Röntgenstrahlung.
  2. Fluoreszenz: Die Strahlung schlägt Elektronen aus inneren Schalen der Atome. Füllt ein Elektron aus einer äußeren Schale die Lücke, entsteht Röntgenfluoreszenzstrahlung mit einer für jedes Element typischen Energie.
  3. Detektion und Auswertung: Ein Detektor misst das Spektrum. Die Energie der Linien zeigt, welche Elemente enthalten sind; ihre Intensität dient nach Kalibrierung und Korrektur von Matrixeffekten zur Bestimmung der Gehalte.

Die RFA liefert so qualitative und quantitative Aussagen über die erfassbaren Elemente; die Messung selbst verändert das Bauteil nicht.

ED-RFA und WD-RFA: der Unterschied

Bei der energiedispersiven RFA (ED-RFA, EDXRF) misst ein Halbleiterdetektor die Energie der Fluoreszenzquanten; das gesamte Spektrum wird nahezu gleichzeitig erfasst. Diese Bauart steckt unter anderem in Handgeräten und Tischgeräten und eignet sich für die schnelle Werkstoffidentifikation direkt am Bauteil. Die wellenlängendispersive RFA (WD-RFA, WDXRF) trennt die Strahlung mit Analysatorkristallen nach Wellenlängen. Sie erreicht eine höhere spektrale Auflösung, vor allem bei leichten Elementen, und meist niedrigere Nachweisgrenzen. WD-RFA-Geräte sind jedoch stationäre Laborgeräte, die eine präparierte, in die Probenkammer passende Probe benötigen. Zeros arbeitet mit der energiedispersiven RFA.

Welche Elemente misst die RFA?

Die ED-RFA erfasst typischerweise die Elemente ab Natrium, viele Handgeräte ab Magnesium, bis hin zu Uran. Für die Identifikation metallischer Werkstoffe sind vor allem Titan, Vanadium, Chrom, Mangan, Eisen, Kobalt, Nickel, Kupfer, Zink, Niob, Molybdän und Wolfram entscheidend. In üblichen Legierungsgehalten erfasst die RFA diese Elemente gut; sehr geringe Gehalte, etwa Mikrolegierungszusätze von Titan, Vanadium oder Niob, liegen dagegen oft nahe der Nachweisgrenze. Elementumfang und Nachweisgrenzen hängen von Gerät, Messzeit und Werkstoff ab.

Verfahrensvergleich

RFA oder OES? Die Verfahren im Vergleich

Vergleich von Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) und Funkenspektrometrie (OES) bei der Zeros GmbH
Kriterium RFA (ED-RFA) OES (Funkenspektrometrie)
Messprinzip Anregung mit Röntgenstrahlung, Messung der elementtypischen Fluoreszenzstrahlung Funkenentladung verdampft etwas Material, Messung des emittierten Lichts
Zerstörungsfrei Ja, die Messung verändert das Bauteil nicht (beschichtete Flächen ggf. lokal freilegen) Nein: Die Messstelle wird plan geschliffen, der Funke hinterlässt einen Brennfleck; passt das Bauteil nicht in das Gerät, ist eine Probenentnahme nötig
Kohlenstoff (C) nicht bestimmbar bestimmbar (bei Gusseisen nur an weiß erstarrten Proben zuverlässig)
Leichte Elemente (Mg, Al, Si, P, S) eingeschränkt, abhängig von Gerät und Werkstoff gut erfassbar
Messfläche sauber, metallisch blank, frei von Lack und Beschichtungen plan geschliffene Fläche an Probe oder Bauteil
Typischer Einsatz Werkstoffidentifikation (PMI), Verwechslungsprüfung, Sortierung, auch an fertigen Bauteilen chemische Analyse inklusive Kohlenstoff, Sortenbestimmung
L-Güten (z. B. 304/304L) nicht unterscheidbar über den Kohlenstoffgehalt prüfbar (Einhaltung der C-Grenze der L-Güte, z. B. ≤ 0,030 %)
Akkreditierung bei Zeros außerhalb des akkreditierten Geltungsbereichs akkreditiert nach DIN EN ISO/IEC 17025 für 17 Elemente in Stahl-/Eisen- und 9 Elemente in Aluminiumwerkstoffen (Hausverfahren AA T-13); OES an Kupfer außerhalb des Geltungsbereichs
Prüferin misst mit einem RFA-Handgerät an einer Bremsscheibe

RFA-Messung am Bauteil

Grenzen der RFA

  • Kein Kohlenstoff: Kohlenstoff, Bor, Stickstoff und Sauerstoff sowie Lithium und Beryllium sind mit der energiedispersiven RFA nicht bestimmbar, Wasserstoff mit keiner RFA. Sorten, die sich vor allem im Kohlenstoffgehalt unterscheiden, etwa 304 und 304L, 316 und 316L oder viele unlegierte Stähle, lassen sich daher nicht trennen; Gleiches gilt für Borstähle und Berylliumkupfer.
  • Leichte Elemente nur eingeschränkt: Magnesium, Aluminium, Silizium, Phosphor und Schwefel werden je nach Gerät und Werkstoff nur mit höheren Nachweisgrenzen erfasst.
  • Oberflächenmethode: Die RFA erfasst nur eine dünne Randschicht. Wie dick sie ist, hängt von Element und Werkstoff ab: Bei Stahl und Kupferlegierungen stammt das Signal überwiegend aus den obersten wenigen bis einigen zehn Mikrometern, bei leichten Elementen wie Silizium, Phosphor oder Schwefel nur aus etwa einem Mikrometer. In Aluminiumlegierungen reicht die Informationstiefe bei schwereren Elementen wie Kupfer oder Zink bis in den Bereich einiger hundert Mikrometer. Schon dünne Schichten aus Lack, Verzinkung, Zunder, Oxid oder Strahlmittelresten verfälschen deshalb das Ergebnis.
  • Messfläche und Geometrie: Die Messfläche muss sauber, möglichst eben und groß genug für das Messfenster sein. Sehr kleine oder stark gekrümmte Teile sind nur eingeschränkt messbar.
  • Nur Elemente, kein Gefüge: Über Gefüge, Wärmebehandlungszustand oder Festigkeit sagt die RFA nichts aus. Dafür eignen sich Metallographie, Härteprüfung oder Zugversuch.

Wann Sie die OES brauchen

  • Der Kohlenstoffgehalt entscheidet, etwa bei unlegierten und niedriglegierten Stählen oder L-Güten nichtrostender Stähle.
  • Phosphor, Schwefel oder andere leichte Elemente müssen genau bestimmt werden.
  • Ein akkreditiertes Ergebnis für Stahl-, Eisen- oder Aluminiumwerkstoffe ist gefordert, zum Beispiel um Angaben aus einem Abnahmeprüfzeugnis gegenzuprüfen.

Die OES braucht eine plan geschliffene Messfläche und hinterlässt einen Brennfleck; die Probe fertigen wir bei Bedarf in unserer Probenfertigung. In der Praxis ergänzen sich beide Verfahren: die RFA zum schnellen, zerstörungsfreien Identifizieren, die akkreditierte OES-Spektralanalyse zur Bestätigung der Zusammensetzung bei Stahl-, Eisen- und Aluminiumwerkstoffen.

RFA und Akkreditierung

Die RFA bei Zeros ist nicht Teil der Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 (D-PL-19262-01-00). Im Bereich der chemischen Analyse ist die OES nach Hausverfahren AA T-13 für 17 Elemente in Stahl- und Eisenwerkstoffen und 9 Elemente in Aluminiumwerkstoffen akkreditiert. Den Geltungsbereich finden Sie in unseren Akkreditierungsurkunden.

Stand: Oktober 2026

Zur Übersicht: Chemische Analyse von Metallen

Chemische Analyse & Werkstoffprüfung

Verwandte Verfahren

Die RFA liegt außerhalb des akkreditierten Geltungsbereichs. Für akkreditierte Ergebnisse empfehlen wir unsere OES-Spektralanalyse – akkreditiert nach DIN EN ISO/IEC 17025 für Stahl-/Eisen- und Aluminiumwerkstoffe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Ist die RFA zerstörungsfrei, und wie muss die Oberfläche beschaffen sein?

Ja, die Messung selbst ist zerstörungsfrei: Es entsteht kein Brennfleck, und eine Probenentnahme ist nicht nötig. Weil die RFA nur eine dünne Randschicht erfasst – je nach Element und Werkstoff bei Stahl etwa ein bis einige zehn Mikrometer, bei Aluminium teils mehrere hundert Mikrometer –, muss die Messfläche sauber und metallisch blank sein. Lack, Verzinkung, Zunder, Oxidschichten oder Strahlmittelreste verfälschen das Ergebnis. Sind sie vorhanden, muss die Messstelle lokal freigelegt werden, etwa durch Anschleifen einer kleinen Fläche.

Kann man mit der RFA Kohlenstoff messen?

Nein, nicht mit der energiedispersiven RFA, wie sie zur Werkstoffidentifikation und bei Zeros eingesetzt wird. Die Fluoreszenzstrahlung des Kohlenstoffs ist so energiearm, dass sie schon in der Probe, in der Luft und im Gerätefenster absorbiert wird. Dasselbe gilt für Bor, Stickstoff und Sauerstoff; Wasserstoff ist mit keiner RFA messbar. Magnesium, Aluminium, Silizium, Phosphor und Schwefel erfasst die RFA je nach Gerät und Werkstoff nur eingeschränkt. Wenn der Kohlenstoffgehalt entscheidet, etwa bei unlegierten Stählen oder L-Güten wie 304L und 316L, ist die Funkenspektrometrie (OES) das geeignete Verfahren. Die OES-Spektralanalyse von Zeros ist für Stahl/Eisen und Aluminium nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert.

Ist die RFA-Analyse bei Zeros akkreditiert?

Nein. Die energiedispersive RFA zur Werkstoffidentifikation (PMI) liegt außerhalb des akkreditierten Geltungsbereichs der Zeros GmbH. Im Bereich der chemischen Analyse ist die OES-Spektralanalyse nach Hausverfahren AA T-13 nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert (Urkunde D-PL-19262-01-00): für 17 Elemente in Stahl- und Eisenwerkstoffen und 9 Elemente in Aluminiumwerkstoffen. Wenn Sie für diese Werkstoffe ein akkreditiertes Ergebnis benötigen, fragen Sie die OES an.

Kann die RFA eine Werkstoffnummer oder Legierungssorte bestimmen?

Oft ja. Bei der Werkstoffidentifikation (PMI) ordnet die RFA einen Werkstoff über das Muster seiner Legierungselemente zu, etwa Chrom, Nickel, Molybdän oder Titan. So lassen sich zum Beispiel 1.4301 und 1.4571 in der Regel gut unterscheiden. Sorten, die sich vor allem im Kohlenstoffgehalt unterscheiden – etwa 304 und 304L oder viele unlegierte Stähle –, trennt die RFA nicht; dafür ist die OES nötig. Auch Borstähle und Aluminiumlegierungen, die sich vor allem im Magnesium- und Siliziumgehalt unterscheiden, lassen sich per RFA nicht oder nur eingeschränkt zuordnen.

RFA oder OES: Welches Verfahren eignet sich für meinen Werkstoff?

Das hängt von Werkstoff und Ziel ab. Die RFA eignet sich, wenn Sie einen legierten Werkstoff zerstörungsfrei identifizieren oder Verwechslungen zwischen Sorten mit unterschiedlichen Legierungselementen aufdecken wollen, etwa bei nichtrostenden Stählen oder Kupferlegierungen. Bei Aluminiumlegierungen, die sich vor allem im Magnesium- und Siliziumgehalt unterscheiden, stößt sie an Grenzen. Die OES (Funkenspektrometrie) ist die richtige Wahl, wenn Kohlenstoff oder leichte Elemente entscheiden oder ein akkreditiertes Ergebnis für Stahl-, Eisen- oder Aluminiumwerkstoffe gefordert ist; sie erfordert eine plan geschliffene Messfläche, hinterlässt einen Brennfleck und macht je nach Bauteilgröße eine Probenentnahme nötig. Bei Zeros ist die OES für diese Werkstoffe akkreditiert, die RFA liegt außerhalb des akkreditierten Geltungsbereichs.

Was ist eine Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) und wie funktioniert sie?

Die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA, engl. XRF) ist ein zerstörungsfreies Verfahren, das die Elementzusammensetzung eines Werkstoffs bestimmt. Röntgenstrahlung regt die Atome der Probe an, die daraufhin Fluoreszenzstrahlung mit elementtypischer Energie aussenden. Die Energie zeigt, welche Elemente enthalten sind; aus der Intensität ermittelt das Gerät nach Kalibrierung und Korrektur der Matrixeffekte die Gehalte. Zeros setzt die energiedispersive RFA zur Werkstoffidentifikation (PMI) metallischer Werkstoffe ein; sie liegt außerhalb des akkreditierten Geltungsbereichs.